Der Große Bruder und die Matrix
09.09.2006, 00:55
Im Telepolis gab es einen Schreibwettbewerb um das Thema 1984 bzw "Wenn Orwell die Realität ist - wie sieht die Zukunft aus?" Und jemand verbindet dies mit der Matrix: "Der Große Bruder und die Matrix"
Zitat:
Zur Ausdehnung der Kontrolle nach Innen
"1984", Orwells Anti-Utopie eines totalitären Staats, in dem alle durch den "Großen Bruder" und die Gedankenpolizei überwacht werden, ist auch heute noch verstörend, aber anders als Orwell es wohl intendiert haben dürfte. Es ist nicht mehr der Inhalt der verstört, sondern vielmehr die Form, in der er dargestellt wird: als Zukunftsvision. Das, was Orwell fürchtet, ist längst real. Weniger die Vorstellung der totalen Überwachung ist befremdlich, als vielmehr die immer wiederkehrende Anrufung eines Horrors, an den sich die Überwachten längst gewöhnt haben. Wie oft wurde vor "1984" gewarnt um gegen Verschärfungen der Überwachung zu protestieren? Zu oft, denn keine der Verschärfungen der letzten Jahre konnte verhindert werden. Wer diese Warnung daher heute wiederholt, erhält nicht selten die Antwort: "Wir haben doch schon längst ‚1984'." Die Videoüberwachung öffentlicher Plätze, biometrische Ausweise, zentral gespeicherte Krankengeschichten, Nachrichtendienste, die unbemerkt E-Mails lesen können und kritische Stimmen überwachen, all das ist heute Alltag. Ohne Aufschrei, ohne nennenswerte Gegenwehr. Wie konnte es soweit kommen, dass eine der prominentesten Horrorvisionen Gewohnheit werden konnte?
"1984", Orwells Anti-Utopie eines totalitären Staats, in dem alle durch den "Großen Bruder" und die Gedankenpolizei überwacht werden, ist auch heute noch verstörend, aber anders als Orwell es wohl intendiert haben dürfte. Es ist nicht mehr der Inhalt der verstört, sondern vielmehr die Form, in der er dargestellt wird: als Zukunftsvision. Das, was Orwell fürchtet, ist längst real. Weniger die Vorstellung der totalen Überwachung ist befremdlich, als vielmehr die immer wiederkehrende Anrufung eines Horrors, an den sich die Überwachten längst gewöhnt haben. Wie oft wurde vor "1984" gewarnt um gegen Verschärfungen der Überwachung zu protestieren? Zu oft, denn keine der Verschärfungen der letzten Jahre konnte verhindert werden. Wer diese Warnung daher heute wiederholt, erhält nicht selten die Antwort: "Wir haben doch schon längst ‚1984'." Die Videoüberwachung öffentlicher Plätze, biometrische Ausweise, zentral gespeicherte Krankengeschichten, Nachrichtendienste, die unbemerkt E-Mails lesen können und kritische Stimmen überwachen, all das ist heute Alltag. Ohne Aufschrei, ohne nennenswerte Gegenwehr. Wie konnte es soweit kommen, dass eine der prominentesten Horrorvisionen Gewohnheit werden konnte?
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Autor: x-cyrion
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