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Beitrag Tin
Verfasst am: 27.01.2004, 21:35
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 18.12.2003
Wohnort: Kohlkopfhausen
Beiträge: 706
Titel: Lieblingsgedichte

Hallihallo, habt ihr in letzter Zeit mal ein Gedicht gelesen, wo ihr dachtet: "Wow! Das ist es!"?
Dann habt ihr die Möglichkeit es HIER zu posten! (vorausgestzt, ihr habt es nicht selber geschrieben, denn dafür gibts schon einen Thread)
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Verfasst am: 27.01.2004, 21:53
: Befreite(r) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wien
Beiträge: 369
Titel:

Naja, ich hab nicht gedacht, das is es.

Aber es regt zum Nachdenken an.
Eines meiner Favorites:


Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die anderen lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!

- Gottfried Benn (1912)
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Beitrag Tin
Verfasst am: 28.01.2004, 16:30
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 18.12.2003
Wohnort: Kohlkopfhausen
Beiträge: 706
Titel:

Hammer! Da läufts mir kalt den Rücken runter....
Hier eines meiner liebsten, von Charlotte Delbo über ihre Erlebnisse des Holocaust:

O ihr Wissenden
wusstet ihr dass Hunger die Augen glänzen lässt,
dass Durst sie trübt
O ihr Wissenden
wusstet ihr dass man seine Mutter tot sehen und keine
Tränen haben kann
O ihr Wissenden
wusstet ihr dass man morgens sterben will und abends
Angst hat
O ihr Wissenden
wusstet ihr dass ein Tag länger dauert als ein Jahr
eine Minute länger als ein Leben
O ihr Wissenden
wusstet ihr dass Beine zerbrechlicher sind als Augen
Nerven härter als Knochen
das Herz widerstandsfähiger als Stahl
Wusstet ihr dass die Steine am Weg nicht weinen
dass es nur ein Wort für Entsetzen gibt
nur ein Wort für Angst
Wusstet ihr dass das Leiden keine Schranke kennt
der Schrecken keine Grenze
Wusstet ihr es
ihr Wissenden
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Verfasst am: 01.02.2004, 01:09
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wunderland
Beiträge: 719
Titel:

Erkenntnis

Auf einem weißen Stück Papier
schrieb er ein Gedicht über seinen Hund
und sein Lehrer gab ihm eine eins
und seine Mutter klebte es an die Küchetür
und las es seinen Tanten vor.
Das war das Jahr, als alle Kinder
mit Father Tracy in den Zoo fuhren
und sie sangen mit ihm im Bus
und seine Schwester kam auf die Welt
und seine Eltern küssten sich oft
und das Mädchen um die Ecke schenkte ihm eine Valentinskarte
und sein Vater brachte ihn abends ins Bett
und war immer da um das zu tun.

Auf einem grauen Stück Papier
schrieb er ein Gedicht über den Herbst
und sein Lehrer gab ihm eine zwei
und sagte er solle präziser schreiben
und seine Mutter
klebte es nicht an die Küchentür,
denn die war gerade frisch gestrichen
und die anderen Kinder sagten ihm,
dass Father Tracy Zigaretten rauchte
und sie in der Kirche fallen ließ.
Das war das Jahr, als seine Schwester
eine Brille bekam
und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus
als sie ihn zusammen mit seiner Schwester sah
und die anderen sagten ihm,
warum sich seine Eltern so oft küssten
und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr ins Bett
und sein Vater wurde wütend
als er ihn weinend darum bat.

Auf einem Blatt aus seinem Notizbuch
schrieb er ein Gedicht
und er nannte es „Unschuld: Eine Frage“
denn es war eine Frage, die seine Freundin betraf
und sein Lehrer gab ihm eine drei
und sah ihn lange und seltsam an
und seine Mutter
klebte es nicht an die Küchentür,
denn er zeigte es ihr nicht.
Das war das Jahr, als Father Tracy starb
und er erwischte seine Schwester
wie sie hinter dem Haus herumknutschte
und seine Eltern küssten sich nicht mehr
und schwiegen sich an
um drei Uhr morgens brachte er sich
besoffen ins Bett
während sein Vater nebenan schnarchte.

Auf einem braunen Stück Papiertüte
versuchte er sich an einem Gedicht
und er nannte es „Erkenntnis“
denn er verstand nun alles, was geschah
was die Zeit mit ihm machte
und er verpasste sich selbst eine eins
und einen Schnitt in jedes Handgelenk
und er fühlte die Erkenntnis
den Zahn der Zeit, der an ihm nagte
und es schon immer tat
und er klebte das Gedicht an die Badezimmertür
denn er glaubte nicht, dass er es noch
bis zur Küche schaffen würde.


Autor unbekannt/ Quelle [url="www.lupplupp.de.vu"]lupplupp[/url]

Abgesehen davon bin ich ein unsäglicher Berthold-Brecht-verehrer.
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Verfasst am: 01.02.2004, 16:22
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Deep in the Darkness
Beiträge: 1532
Titel:

Dieses Gedicht habe ich mal irgendwo gelesen, weiß nicht, ob der Wortlaut so stimmt. Ich weiß auch nicht von wem es ist, aber es gefällt mir sehr Smilie

Ihr seid mir zu toll,
ihr Christen mit eurem Leide.
Ich bin noch freudevoll,
drum bleibe ich ein Heide!


Auch sehr gut:

Sie sang vom irdischen Jammertal,
von Freuden, die bald zerronnen,
vom Jenseits, wo die Seele schwelgt,
verklärt in ewigen Wonnen.

Sie sang das alte Entsagungslied,
das Eiapopeia vom Himmel,
womit man einlullt, wenn es greint,
das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
ich kenn' auch die Herren Verfasser;
ich weiß, sie tranken heimlich Wein
und predigten öffentlich Wasser.

(Heinrich Heine, 1797-1856, Deutschland - ein Wintermärchen I)
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Verfasst am: 02.02.2004, 18:00
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: weit, weit weg
Beiträge: 533
Titel:

Das Gedicht hat mich ne Zeit lang mal sehr viel beschäftigt...

Das Leben

Oft frage ich mich, wo der Sinn im Leben steckt.
Warum einen jeden Morgen der Wecker weckt?
Wieso ist es wichtig dass es mich gibt?
Wieso ist da jemand, der mich liebt?

Zu viele Fragen, wo ist die Antwort zu finden?
Die fragen wehen weg in den Winden,
sie verhallen in der Leere,
ziehen allein über die Meere.

Kann mir niemand sagen, wieso ich lebe?
Wieso ich mich dem Leiden hingebe?
Wieso setzte ich keinen Schluss?
Wieso sagt man, dass man leben muss?

Das ergibt doch keinen Sinn,
ich gebe mich den Schmerzen hin.
Wo ist jemand der mich versteht?
Jemand, der nicht einfach geht!

Ich fühle mich so allein,
einsam... schrecklich klein
Es werden immer mehr Fragen,
soll ich den Tod wagen?

Wäre ich dann von allem befreit?
Wären die Schmerzen dann weit,
weit weg von mir?
Was mach ich dann noch hier?

Ich weis es nicht,
vielleicht ist irgendwo ein Licht für mich?!
Ich kann es nicht sagen,
doch ich werde es nicht wagen.

Ich werde leben, wieso auch immer,
bis ans Ende, allein in meinem Zimmer.
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Beitrag Tin
Verfasst am: 05.02.2004, 16:26
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 18.12.2003
Wohnort: Kohlkopfhausen
Beiträge: 706
Titel:

Vermutlich kennen es alle, was aber nichts an der puren Schönheit dieser Zeilen ändert…

Rainer Maria Rilke:

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf-. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille-
und hört im Herzen auf zu sein.
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Verfasst am: 06.02.2004, 15:51
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

@Tin: kennst Du die CDs Rilke Project 1 und 2?

Sie sind beide HERVORRAGEND, nur den Panther kann ich nicht hören, den schalt´ich immer vor.
Ich hab´schon in der Schule das Gedicht nicht ausgehalten.
Es ist zu Verzweifeln.

Ich möcht´nicht sagen, DAS beste Gedicht der Welt, aber eines der
besten.

Meine Favourites, die ich nicht nur gut finde, sondern auch mag:



von Rilke:


die welt die monden ist


vergiß, vergiß,
und laß uns jetzt nur dies erleben,
wie die sterne durch geklärten
nachthimmel dringen, wie der mond die gärten
voll übersteigt.
wir fühlten längst schon, wies
spiegelnder wird im dunkeln; wie ein schein
entsteht, ein weißer schatten in dem glanz
der dunkelheit.

nun aber laß uns ganz
hinübertreten in die welt hinein
die monden ist -




Hermann Hesse - Im Nebel



Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein.
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist einsam sein.
Kein Mensch kennt den anderen,
Jeder ist allein.
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Verfasst am: 06.02.2004, 17:36
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 2304
Titel:

Fragen

Wie groß ist dein Leben?
Wie tief?
Was kostet es dich?
Bis wann zahlst du?
Wieviel Türen hat es?
Wie oft hast du ein neues begonnen?
Warst du schon einmal
gezwungen um es zu laufen?
Wenn ja bist du rundherum gelaufen
im Kreis oder hast du
Einbuchtungen mitgelaufen?
Was dachtest du dir dabei?
Woran erkanntest du
daß du ganz herum warst?
Bist du mehrmals gelaufen?
War das dritte Mal wie das zweite?
Würdest du lieber
die Strecke im Wagen fahren?
oder gefahren werden?
in welcher Richtung?
von wem?


(Erich Fried)


Zuletzt bearbeitet von Unique am 06.02.2004, 17:40, insgesamt einmal bearbeitet
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Verfasst am: 06.02.2004, 17:39
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 2304
Titel:

Notwendige Fragen

Das Gewicht
der Angst
Die Länge und Breite
der Liebe
Die Farbe
der Sehnsucht
im Schatten
und in der Sonne
Wieviel Steine
geschluckt werden müssen
als Strafe für Glück
und wie tief
man graben muß
bis der Acker
Milch gibt und Honig.

(Erich Fried)




Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe


(Erich Fried)


Sorry, aber bei dem kann ich mich einfach nicht entscheiden, welches mein Lieblingsgedicht von ihm ist. Das hier sind 3 meiner Favorites...
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Verfasst am: 06.02.2004, 23:31
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wunderland
Beiträge: 719
Titel:

Es schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt sich zu singen,
findest du das Zauberwort...


(Joseph von Eichendorf)
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Verfasst am: 11.02.2004, 10:13
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

Geschockt
Wow! Der Eichendorff-Text ist extrem bildhaft...SCHÖN! Danke!
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Verfasst am: 11.02.2004, 14:44
: Crewmitglied :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1481
Titel:

Prometheus




Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft
An Eichen dich und Bergeshöhen!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehen
Und meine Hütte die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.
Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn als euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.
Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
von Sklaverei?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?
Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?
Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle Blütenträume reiften?
Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht das mir gleich sei,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!
Goethe
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Verfasst am: 11.02.2004, 18:46
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 976
Titel:

@Schaf: Waaaahh!!!
Das musste ich vor ein paar Wochen auswendiglernen... *g*
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Verfasst am: 13.02.2004, 15:25
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wuppertal
Beiträge: 504
Titel:

Hi hier ist mein Lieblingsgedicht im Original:

LET the bird of loudest lay,
On the sole Arabian tree,
Herald sad and trumpet be,
To whose sound chaste wings obey.

But thou shrieking harbinger,
Foul precurrer of the fiend,
Augur of the fever's end,
To this troop come thou not near!

From this session interdict
Every fowl of tyrant wing,
Save the eagle, feather'd king:
Keep the obsequy so strict.

Let the priest in surplice white,
That defunctive music can,
Be the death-divining swan,
Lest the requiem lack his right.

And thou treble-dated crow,
That thy sable gender makest
With the breath thou givest and takest,
'Mongst our mourners shalt thou go.

Here the anthem doth commence:
Love and constancy is dead;
Phoenix and the turtle fled
In a mutual flame from hence.

So they loved, as love in twain
Had the essence but in one;
Two distincts, division none:
Number there in love was slain.

Hearts remote, yet not asunder;
Distance, and no space was seen
'Twixt the turtle and his queen:
But in them it were a wonder.

So between them love did shine,
That the turtle saw his right
Flaming in the phoenix' sight;
Either was the other's mine.

Property was thus appalled,
That the self was not the same;
Single nature's double name
Neither two nor one was called.

Reason, in itself confounded,
Saw division grow together,
To themselves yet either neither,
Simple were so well compounded,

That it cried, How true a twain
Seemeth this concordant one!
Love hath reason, reason none,
If what parts can so remain.

Whereupon it made this threne
To the phoenix and the dove,
Co-supremes and stars of love,
As chorus to their tragic scene.

THRENOS.
Beauty, truth, and rarity,
Grace in all simplicity,
Here enclosed in cinders lie.

Death is now the phoenix' nest
And the turtle's loyal breast
To eternity doth rest,
Leaving no posterity:
'Twas not their infirmity,
It was married chastity.

Truth may seem, but cannot be:
Beauty brag, but 'tis not she;
Truth and beauty buried be.

To this urn let those repair
That are either true or fair
For these dead birds sigh a prayer.

end
(written by W. Shakespeare)

in soweit eure Heuschrecke
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Verfasst am: 14.02.2004, 12:41
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wunderland
Beiträge: 719
Titel:

Arwen hat Folgendes geschrieben:
@Schaf: Waaaahh!!!
Das musste ich vor ein paar Wochen auswendiglernen... *g*


ich auch. aber ich fand es trotzdem sehr schön...
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Verfasst am: 15.02.2004, 19:07
: Programm-Dealer(in) :

Anmeldungsdatum: 06.12.2003
Wohnort: Berlin
Beiträge: 131
Titel: Lieblingsgedicht

Wenn es um das Thema Gedichte geht,komme ich nicht an Erich Fried vorbei.Sie bedeuten mir sehr viel und berühren mich immer wieder.

Dich
Dich
dich sein lassen
ganz dich
sehen
das du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen

und das was sich
anschmiegen will
wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht

der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln

Dich dich sein lassen-
ob das schwer oder leicht ist ?

Es kommt nicht darauf an,mit wieviel Vorbedacht
oder Verstand
sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
offener sehnsucht nach allem
nach allem was du ist

Nach der wärme
und nach der Kälte
Nach der Güte
und nach dem Starrsinn
nach deinem Willen
nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit
Stetigkeit

Dann ist dieses
Dich dich sein lassen
vieleicht gar nicht so schwer...
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Verfasst am: 15.02.2004, 19:26
: Crewmitglied :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1481
Titel:

a.vamp hat Folgendes geschrieben:
Arwen hat Folgendes geschrieben:
@Schaf: Waaaahh!!!
Das musste ich vor ein paar Wochen auswendiglernen... *g*


ich auch. aber ich fand es trotzdem sehr schön...

cool... wir mussten es auch letzte woche auswendig lernen....
wir gehen in eine klasse ohne es zu wissen Geschockt Winken
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Beitrag Tin
Verfasst am: 20.02.2004, 12:40
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 18.12.2003
Wohnort: Kohlkopfhausen
Beiträge: 706
Titel:

Grasnarbe
sag es langsam
und du hast
ein vollkommenes
Gedicht
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Verfasst am: 20.02.2004, 17:26
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 976
Titel:

Schaf hat Folgendes geschrieben:
a.vamp hat Folgendes geschrieben:
Arwen hat Folgendes geschrieben:
@Schaf: Waaaahh!!!
Das musste ich vor ein paar Wochen auswendiglernen... *g*


ich auch. aber ich fand es trotzdem sehr schön...

cool... wir mussten es auch letzte woche auswendig lernen....
wir gehen in eine klasse ohne es zu wissen Geschockt Winken

*lol* Das ist ja cool! 10b am Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg? Winken

@a.vamp: Ja, mir hats auch gefallen.

Außer Prometheus kann ich im Moment nur noch diese beiden Gedichte auswendig:

Le Clown
Avec mon gros nez rond,
ma chemise, mon pantalon
mes chaussures et mon violon,
mon joli chapeau melon,
je saute au plafond. Bing, bong.

und:
Im Stall zu Bethlehem
Im Weihnachststall zu Bethlehem,
da war es schrecklich unbequem.
Der Wind blies rauh und eisig kalt
durch jeden Tür- und Bretterspalt.
Maria, Josef und das Kind,
die zitterten im Winterwind.
Fünf Schafe kamen von dem Feld
und haben sich dazugestellt.
Schnell rückten alle dicht an dicht,
so fühlte man die Kälte nicht.
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