Info-Portal Stadt Zion community Spiele/RPG Webring Zion-Archiv
Suchen   FAQ   Bewohnerliste   Bewohnergruppen   Login 
Philosophie » Menschmaschinen und Maschinenmenschen
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... , 23, 24, 25  Weiter
To page top
Verfasst am: 02.11.2004, 17:47
: Senator(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Paderborn
Beiträge: 874
Titel:

La_Penna hat Folgendes geschrieben:
@exWV: Ich denke, dass dieser "Trend" unvermeidlich ist. Wieviele Männer lieben ihr Auto mehr als ihre Frau? (Die Frage ist ernst gemeint.)
Sie unterhalten sich mit ihm. Früher als Selbstgespräch bei dem die "Mucken" des Fahrzeuges als Antwort interpretiert wurde, heute mit dem Bordcomputer.
Sie investieren mehr Geld in Schnickschnack und Pflege für das Auto, anstatt ihrer Frau ein Wellness-Wochenende zu gönnen.
Sie geben ihrem Fahrzeug phantasievolle Kosenamen, die ihnen nicht mit ähnlicher Intensität zu ihren Frauen einfallen würden.
Sie bringen ihr Fahrzeug direkt in die Werkstatt, sobald es etwas schwächelt. Bei der Frau erwartet man, dass sie weiterfunktioniert.
In den Saisonwechseln kümmert sich der Mann um den Reifenwechsel. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Mann freiwillig mit zum Schuheinkauf seiner Frau geht oder gar ihr die Schuhe gerne an und auszieht, nur damit sie besser laufen kann.

Nun gut. Was ich sagen will, ob bewußt oder unbewußt, wir haben bereits Gebrauchsgegenstände als Teil der Familie akzeptiert. Das geht soweit, dass das Familienleben abhängig ist von diesen Gegenständen (z.B. Auto. Fernseher, Computer).

Lieben Gruß
La_Penna


Arme Frauen...
Mehr als eine sarkastische Bemerkung fällt mir dazu wirklich nicht ein Winken
Private Nachricht senden E-Mail senden
To page top
Beitrag CtV
Verfasst am: 02.11.2004, 18:28
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: PB somewhere
Beiträge: 678
Titel:

La_Penna hat Folgendes geschrieben:
@exWV: Ich denke, dass dieser "Trend" unvermeidlich ist. Wieviele Männer lieben ihr Auto mehr als ihre Frau? (Die Frage ist ernst gemeint.)
Sie unterhalten sich mit ihm. Früher als Selbstgespräch bei dem die "Mucken" des Fahrzeuges als Antwort interpretiert wurde, heute mit dem Bordcomputer.

Das liegt daran, dass ein Bordcomputer den Mann versteht und keine unlogischen Antworten gibt. Bei der Eingabemaske eines Bordcomputers muss man(n) nicht ständig darauf achten ob 'Ja' nicht in dem Moment vielleicht 'Nein' bedeutet und umgekehrt. Ausserdem gibt es einen Funktionstüchtigen "Abbrechen"-Button, falls man mal eine Funktion(Reaktion) ausgelöst hat, die man in dem Moment nicht haben wollte.

Zitat:

Sie investieren mehr Geld in Schnickschnack und Pflege für das Auto, anstatt ihrer Frau ein Wellness-Wochenende zu gönnen.

Um ein gut gepflegtes Auto wird ein Mann 30 und mehr Jahre später sehr beneidet. Wenn man ein altes, abgewracktes Auto "lifted" sieht es unter Umständen besser aus wie eh und je.

Zitat:

Sie geben ihrem Fahrzeug phantasievolle Kosenamen, die ihnen nicht mit ähnlicher Intensität zu ihren Frauen einfallen würden.

Einem Auto gefällt jeder Kosenamen und man muss nicht bei jedem neuen mit einer Grundsatzdiskussion über die Intention der Namesvergabe rechnen.

Zitat:

Sie bringen ihr Fahrzeug direkt in die Werkstatt, sobald es etwas schwächelt. Bei der Frau erwartet man, dass sie weiterfunktioniert.

Ein Auto ist hilflos und kann sich nicht selbst reparieren. Ausserdem hängt die Verkehrssicherheit direkt mit der Funktionstüchtigkeit des Autos zusammen. Bei vielen Frauen verhält es sich umgekehrt.

Zitat:

In den Saisonwechseln kümmert sich der Mann um den Reifenwechsel. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Mann freiwillig mit zum Schuheinkauf seiner Frau geht oder gar ihr die Schuhe gerne an und auszieht, nur damit sie besser laufen kann.

Ein Auto hat genau ZWEI paar "Schuhe", die es je einmal im Jahr gewechselt haben will. Es braucht nur neue, wenn die alten Sohlen schon sehr ablelatscht sind, was erst nach etwa 50 000km der Fall ist. Ein Auto probiert in der Werkstatt nicht erst alle möglichen Reiffen an sonder gibt sich direkt und ohne Widerworte mit dem zufrieden, den der Mann aussucht. Ein Auto beschwert sich nicht, wenn man die die Felgen behält und nur neu "besohlt", nachdem sie abgelatscht sind.

Winken

mfg
CtV
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 03.11.2004, 17:32
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

Oh Himmel!

SOLCHE Klischees..... Geschockt

Ja, Männer lieben ihr Auto mehr als ihre Frau, Frauen lieben ihre Handtaschen mehr als ihren Mann - und amen. Aber echt.

Den Gedanken, daß technische Gegenstände, die als Mittel zum Zweck gedacht sind, zu "Familienmitgliedern" werden, finde ich interessant.
Das stimmt nämlich schon, und das hat mit Mann/Frau vielleicht gar nicht viel zu tun.
Um etwas zu einem Gegenüber, einer Person zu machen, gibt man ihm einen Namen. Jedes Stofftier hat einen, es heißt nicht Bär oder Hund, sondern Wuschel oder Pimpfi, jedes Haustier hat einen Namen. Oder kennt wer wen, der eine Katze namens "Katze" hat?
Nur "Nutztiere" haben keinen Namen, die haben Nummern. In einem Riesenstall haben nicht 2000 Rinder Namen, bei einem kleinen Bauern heißen die drei Rinder aber sehr wohl Rosi und Mitzi und Karla.

Wenn man nun etwas "Technisches" zum Familienmitglied macht, dann doch dadurch, daß man es individuell benennt und sich so zu eigen macht.

Gerade das Auto ist ein Beispiel.
Wer hat von Euch ein Auto, das einen Namen hat?
Ich meine jetzt nicht den Produktnamen (draußen steht mein Audi, heute nehme ich den Golf etc.), sondern einen eigenen Namen, einen "richtigen".

Und auch andere technische Gegenstände: wer von Euch hat etwas, dem er einen Namen gegeben hat?

Wenn ich mir das von mir überlege:
Meine Autos hatten immer richtige Namen, und mein Fahrrad hat auch einen Namen.
Sonstige technische Geräte aber nie.
Nur Fahrzeuge.

Hmmm......
Zitat:
Sie geben ihrem Fahrzeug phantasievolle Kosenamen, die ihnen nicht mit ähnlicher Intensität zu ihren Frauen einfallen würden.

Wenn ich mir das so überlege - ich kenn´niemanden außer mir, dessen Auto einen Namen hat. Keinen Mann, keine Frau.

Zitat:
Sie unterhalten sich mit ihm. Früher als Selbstgespräch bei dem die "Mucken" des Fahrzeuges als Antwort interpretiert wurde, heute mit dem Bordcomputer.

Ich rede auch mit den Dingen, mit allen. Eine Folge dessen, wenn man viel alleine ist, glaube ich.
Ob das was mit "Mann" zu tun hat? Oder mit "Auto"? Zweifel.....

Aber sagt, das würde mich echt interessieren: Wer hat ein "Ding" mit Namen?
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 03.11.2004, 23:18
: Senator(in) :

Anmeldungsdatum: 14.01.2004
Wohnort: Planet Erde
Beiträge: 914
Titel:

wie kann man den technische sachen anstatt menschen vorziehen?

ok habe zwar auch technische hilfmittel aber sobald ein mensch was von mir will, bin ich nach paar sekunden da, bzw. so das man das technische hilfmittel irgendwo in den bereitschaftsdienst versetzt.
als beispiel: sollte man keine kreissäge laufen lassen wenn man weg geht.

wieso viele männer ihr auto lieben, ich glaube es liegt daran, dass die das bischen metal schneller verstehen und nicht weiter denken wollen.
2 menschen auf den gleichen weg zu leiten scheit vielen schwerer.

obwohl ich es nicht so seh.
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 04.11.2004, 09:59
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Zamonien
Beiträge: 1931
Titel:

Jawoll, meine Möbel (von Ikea) haben allesamt Namen und werden auch mit Namen angesprochen bzw. wenn gefragt wird: "Wo leigen die Servietten?" dann kommt als Antwort "Im Husar".
Autos und Namen? Aber natürlich! Unser erster Trabbi hieß Charlie. Der zweite Charlie Zwei. Den Peugeot meiner Cousine haben wir "Hummel" getauft, weil er immer so brummt. Und meinen Suzuki Alto nannten wir liebevoll Flohkiste. Mein erster Punto hieß Bruno.

Soll ich weiter machen?

Worauf ich aber hinauswollte war, dass im Zusammenhang mit Robotern das Wort Population gefallen ist. Nun kenne ich keinen echten Roboter mit Namen (das gab es nur in Filmen), aber andere Gebrauchsgegenstände werden schon mal mit Liebe, was ja menschlich sein sollte, bedacht.
Wie oft hört man: "Ich liebe mein Auto/Fernseher/Computer!"
Und wenn man sich von dem Stück trennt, fallen die Worte: "Es/Er ist mir wirklich ans Herz gewachsen." Oftmals fließt dann auch eine Träne.

Wie weit weg ist das von Klischees?

Lieben Gruß
La_Penna
Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
To page top
Verfasst am: 04.11.2004, 14:59
: Senator(in) :

Anmeldungsdatum: 14.01.2004
Wohnort: Planet Erde
Beiträge: 914
Titel:

wieso gibts du soviele namen?


also spätere roboter bekommen bestimmt namen von mir weil die kein gebrauchsgegenstand bei mir werden. roboter sind mit namen besser als haustiere mit namen. haustiere sterben und man kauf ein neuen, das hat doch kein sinn. bei menschen ist es anderes und so werden dann auch die roboter sein, man kann sie nicht ersetzen und so werden die namen zu einem individuellen lebewesen.

jetzt kommt ihr bestimmt damit, das gerade deswegen namen vergebene werden um sie an sich zu binden, aber genau das ist doch ein trugschluss, gebrauchsgegenstände und haus tiere sind ersetzbar. (naja menschen zwar auch, aber man kann nie 4mutter gleichzeitig haben, oder??)

kann es nicht sein das einige menschen, gegenstände/ haustiere als menschen ansehen wollen? wir können niemals mit tieren / autos, möbel reden, oder ähnliches. auch wenn es einige das machen, es ist nur eine einbildung(krankheit??)
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 04.11.2004, 15:55
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Zamonien
Beiträge: 1931
Titel:

*lach*
Also ich habe zu meinem Tisch keine Persönliche Bindung auch wenn er Husar heißt. Die Strategie dahinter ist wohl die, dass man mit diesen Namen auch sein Besitzanspruch verbindet. Vielleicht erinnert ein klappriges Damenrad an Tante Erna, die auf ihre letzten Tage auch nicht mehr so ganz beieinander war.

Was ich sagen will. Schon bei der Vergabe von Kindernamen geben wir uns größte Mühe und messen dem viel Bedeutung bei.
Benennen wir nun Möbel etc. mit eigenen Namen heben wir damit ihren Wert in unseren Augen und erkennbar für Außenstehende an.
Der Industrie ist dieser Zusammenhang bestimmt bekannt. Besonders extrem mit der Namensgebung treibt es IKEA, da hat selbst der Becher noch den Namen "Saftig". Andere Warenhäuser ordnen ihre Produkte in Design- oder XY-Linien.
Es wird suggeriert, das der Gegenstand, sobald sich jemand einen Gedanken um den Namen machte etwas besonderes ist.

Werden wir also in 40-50 jahren Haushaltscomputern Namen geben? Ich denke ja und wir werden in ihnen menschliche Emotionen deuten wollen, selbst wenn sie diese nicht haben.

Lieben Gruß
La_Penna
Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
To page top
Beitrag CtV
Verfasst am: 04.11.2004, 22:13
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: PB somewhere
Beiträge: 678
Titel:

@La_Penna, gueldenstern:

war das mit der Vergabe von Namen für Autos, Fahrräder und Möbel jetzt ernst gemeint?? Geschockt

Also wenn, dann möchte ich hiermit definitiv zum Ausdruck bringen, dass mein Auto KEINEN Namen hat und mein obigen Posting SATIRE ist. Mit den Augen rollen

mfg
CtV
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 05.11.2004, 09:49
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

Ja, das war ernst gemeint.

Und das ist überhaupt keine Satire, bei mir hat sehr wohl alles, was fährt, einen Namen.

Was La_Penna meinte, die Sache mit den IKEA - Namen, das meine ich nicht, denn da bekommst Du Dinge mit einem Namen, genauso, wie Du ein Auto namens Astra kaufen kannst.
Ich meinte die individuelle Namensgebung, wie die Autos von La_Penna, genau sowas.

Und in dem Zusammenhang hat mich interessiert, ob es da wen gibt, bei dem das weiter geht als bei Autos oder Fahrrädern.
PCs, Handy, sowas....ob sowas wer von Euch mit einem Namen versehen hat.
Zitat:
aber andere Gebrauchsgegenstände werden schon mal mit Liebe, was ja menschlich sein sollte, bedacht.
Wie oft hört man: "Ich liebe mein Auto/Fernseher/Computer!"

Und als äußeres Zeichen dessen gibt man den Dingen eben einen Namen.

Zitat:
kann es nicht sein das einige menschen, gegenstände/ haustiere als menschen ansehen wollen? wir können niemals mit tieren / autos, möbel reden, oder ähnliches. auch wenn es einige das machen, es ist nur eine einbildung(krankheit??)

Als Menschen ansehen ist nicht ganz richtig, als Partner ansehen vielleicht eher.
Und gerade bei Robotern, die einem besonders gut eine Partnerschaft vortäuschen können, ist das vielleicht nicht so weit weg von einer Partnerschaft mit einem Menschen.
Nur ist das sehr theoretisch-denn wo gibt´s genug solche Roboter im Feldversuch, daß man das untersuchen könnte?

Ich finde die Frage gar nicht so interessant, wie man theoretisch mit vermenschlichten Robotern umginge, viel spannender ist mir die Grenze und schwindende Grenzziehung zu Dingen, die´s schon gibt.
Und ich wüßte gerne, wo momentan die Grenze ist, daß man eine Partnerschaft = Namensgebung (ich setz´das mal jetzt so gleich) zu einem Ding eingeht.
Meine Erfahrung: alles, was sich bewegt, der Nachfolger des Kutsche ziehenden Pferdes sozusagen (das ja auch einen Namen hatte).

Und daher nochmal die Frage: hat wer was, was kein Auto, Fahrrad, Moped, Roller etc. ist, was einen Namen hat, den ihr ihm selber gegeben habt, nicht der Hersteller oder Vertreiber?

Zitat:
Werden wir also in 40-50 jahren Haushaltscomputern Namen geben? Ich denke ja und wir werden in ihnen menschliche Emotionen deuten wollen, selbst wenn sie diese nicht haben.

Du hast einen Haushaltscomputer, La_Penna. Hat Dein Handy einen Namen? Oder nur Dein Trabi?
(Mein Auto heißt "Rent" *g*)
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 05.11.2004, 10:20
: Senator(in) :

Anmeldungsdatum: 14.01.2004
Wohnort: Planet Erde
Beiträge: 914
Titel:

Zitat:
Und daher nochmal die Frage: hat wer was, was kein Auto, Fahrrad, Moped, Roller etc. ist, was einen Namen hat, den ihr ihm selber gegeben habt, nicht der Hersteller oder Vertreiber?

ich nicht Sehr glücklich

aber gerade bei herstellern wird namen vergeben. was ist den da nun der unterschied? namen sind namen egal wer den gibt. oder sehe ich das nun falsch?
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 08.11.2004, 19:19
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

Siehst Du falsch, finde ich.

Der Hersteller gibt einen Namen, um einem vorzutäuschen, daß ein Ding eine Identidät hat. Damit versucht er Vertrautheit und folgend daraus einen Kaufimpuls zu schaffen.

Man selber gibt einem Ding einen Namen, weil es eine ganz eigene und persönliche Identidät hat (bzw. man bildt sich´s ein - weil soo weit bin ich nicht, daß ich´s wirklich glaube, obwohl...wenn mein Auto verschrottet würde, wäre ich nicht nur aus finaziellen Gründen sehr traurig) und man deshalb das Bedürfnis hat, dem Ding einen Namen zu geben.
Die dreindzwanzig Glasln namens "Saftig" gehören da definitiv nicht dazu.
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 08.11.2004, 22:04
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Hamburg
Beiträge: 834
Titel:

gueldenstern hat Folgendes geschrieben:
Wenn man nun etwas "Technisches" zum Familienmitglied macht, dann doch dadurch, daß man es individuell benennt und sich so zu eigen macht.

Muss ich leider bestätigen. Wir haben so einen blauen Engel, den kann man an die Decke anbringen und dann seine Flügen anstellen und schon dreht er lustige kleine Runden im Zimmer (zu meiner Entschuldigung: habe ich geschenkt bekommen). Ziemlich schnell hieß der zuerst Paul (nach dem Apostel) und später Paule. Ich will nicht zu viele Peinlichkeiten preis geben, aber wenn man erst einmal mit dem Spiel anfängt, dann entwickelt man Emotionen für Dinge, die einen Namen haben. Als Paul beim fröhlichen Rundendrehen einmal auf den Boden fiel und dann so hilflos und schutzbedürftig mit den Flügeln auf den Boden schlug … mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn ich daran denke.

Traurige Grüße
Baltus

P.S.: Paule hat dann einen Freund bekommen, einen kleinen R2D2, der hatte ja schon einen Namen, und wenn man bei dem eine Taste auf seinem kleinen, süßen Bäuchlein drückt, dann fängt der an zu kommunizieren, dass er nur fünf verschiedene Geräuschkombinationen kann macht dabei gar nichts aus, es ist eine aufgereckte, eine schimpfende und eine traurige dabei. Den Rest erledigt dann das Einbildungsvermögen.
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 09.11.2004, 10:55
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Zamonien
Beiträge: 1931
Titel:

gueldenstern hat Folgendes geschrieben:

Du hast einen Haushaltscomputer, La_Penna. Hat Dein Handy einen Namen? Oder nur Dein Trabi?
(Mein Auto heißt "Rent" *g*)


Nein, ich habe keinen Haushalts-PC. Ich darf mir schon mal ein paar Minuten meiner Arbeitszeit abknapsen.
Der PC heißt an sich "Rechenknecht", "Mühle" oder ironisch "Bill". Die Lautsprecher an der Seite (die ich nicht habe) werden "Brüllwürfel" genannt.
Aber wenn wir schon bei einer Namensvergabe für Rechner sind, dann möchte ich darauf verweisen, dass Schachcomputer Namen haben, die ihnen die Entwickler gaben. Diese haben auch eine engere Bindung an das Gerät, weil es ihre schöpferische Arbeit war.
Im Film "Odyssee im Weltall" heißt der Zentralcomputer auch HAL und wird so genannt. Bei "I, Robot" hat der Rechner und der Roboter einen Namen.

Es ist also weitweniger weithergeholt, dass wir Maschinen und weitere Hilfsmitteln Namen geben um erstens ihren Stellenwert in unserem Leben zu betonen und zweitens auch einen Besitzanspruch auf sie manifestieren
Ich neige sogar dazu ein drittens hinzuzufügen. Wenn wir (wie in Baltus' Beispiel) zu einem Gegenstand eine Hassliebe entwickeln, geben wir ihm auch Namen. Die allgemeinen PC-Namen sind eher auf diese Hassliebe zurück zu führen.

Lieben Gruß
La_Penna

P.S. zur Vergabe der Herstellernamen möchte ich betonen, dass diese zu Verkaufszwecken vergeben werden. Sie sollen Assoziationen beim potentiellen Käufer wecken. Wer würde schon einen "Maybach" kaufen, wenn er "Müller" hieß?
Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
To page top
Verfasst am: 11.11.2004, 18:11
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Düsseldorf
Beiträge: 597
Titel:

gueldenstern hat Folgendes geschrieben:
Ja, klar kenne ich diese Dahl-Geschichte. Sehr unbehaglich...

Allein, daß ich das unbehaglich finde, zeigt mir aber, daß der Körper soo irrelevant dann doch wieder nicht ist.
Sonst könnten mir solche Vorstellungen ja egal sein.

Die gedankliche Bruchlinie zwischen "Der Körper ist garantiert auf Dauer ein Nullum" und "Gedanken völlig ohne Körper sind eine ausgesprochen ungute Vorstellung" irritiert mich sehr.

Denn beides hat eindeutig was für sich - aber es ist nicht auf eine Reihe zu bringen, niemals.
Und aussuchen kann man sich´s auch nicht, der Körper ist endlich - finito.
Man kann - auf Dauer - nur Gedanken oder gar nichts haben.

Und selbst wenn Du irgendwann technisch einen Körper "nachschaffen" könntest, geht es Dir nicht wirklich anders.
Das Problem bleibt, entweder Du bist - bildlich - das Gehirn in der Schüssel, oder gar nichts.

Geschockt

Ist´s darum, daß die katholische Kirche beim Jüngsten Gericht die leibliche Auferstehung prophezeiht?
Um dieses Paradoxon (mit Gewalt, wie ich meine) aufzulösen?
Wo ist die Palimene? Die brauche ich hier!


Hier bin ich - wenn auch etwas verspätet, sorry, und wo Ihr gerade schon bei einem ganz anderen Thema angelangt seid. Ich habe eine Freundin, die ihren uralten klapprigen Golf sehr originell "Rolf" Hey... getauft hatte. Durch diesen Namen hatte sie jedoch eine emotionale Bindung an das Gefährt geschaffen, sie liebte es heiß und innig und es tat ihr selbst richtig weh, wenn "Rolf" Anzeichen "körperlicher Beschwerden" zeigte. Ihr Freund hingegen hatte seinem ebenso uralten wie klapprigen Polo keinen Namen gegeben und zeigte daher kein bißchen Trauer, als dieser schließlich auf dem Schrotthaufen landete...

Würde aber gern nochmal auf das Körper/Geist-Problem von Roald Dahl (- kenne und liebe diese Geschichte sehr!), nb und gueldenstern zurückkommen.

Wenn man dem Geist vorgaukeln kann, in einem gesunden Körper zu leben, dürfte man keine Probleme haben. Ich glaube jedoch, dass das Hirn in der Schüssel, das wüßte, dass es nur noch ein Hirn in der Schüssel ist, ziemliche Schwierigkeiten mit seiner Existenz hätte. Denn unser Geist wird doch zu einem großen Teil von unserer Körperlichkeit gespeist: wenn es mir körperlich schlecht geht, wirkt sich das auch auf mein Gemüt aus. Denn mein Körper trägt wesentlich zu meinem Selbstbild bei.

Vor ein paar Jahre fand zum ersten Mal eine Hand-Transplantation statt: jemand, der bei einem schlimmen Unfall seine Hände verloren hatte, erhielt Spender-Hände eines gerade Verstorbenen. Warum wohl hat dieser Mensch enorme psychische Probleme bekommen? Wohingegen innere Organspenden fast immer ohne selbige ablaufen. Sicher, weil ich es nicht wirklich sinnlich erfahren kann, ob immer noch mein ursprüngliches Herz in mir pocht oder meine eigenen Nieren mein Blut reinigen. Aber wenn ich nicht mehr mit meinen originalen Händen fühle, wenn diese Hände, auf die ich schaue, anders aussehen und sich verschieden anfühlen, dann nehme ich sie vermutlich nicht so selbstverständlich als neuen Teil meines Körpers an.

Wenn hingegen künstliche Hände geschaffen werden können, die die Illusion meiner ursprünglichen Hände perfekt nachahmen, kann ich mir gut vorstellen, dass mein Geist damit kein Problem hätte. Mein Geist als Hirn in der Schüssel, mein Geist als Innenleben eines Computers hätte garantiert riesige Probleme.

Und was die kath. Vorstellung von der "Auferstehung des Fleisches" anbelangt: man kann davon halten was man will (- mir selbst fällt es sehr schwer, zu diesem Teil des kath. Glaubens einen Zugang zu finden -) - aber es steckt doch eine sehr wahre Erkenntnis über unsere Existenz darin: dass wir Menschen nur "wir selbst" und vollständig sind MIT unserem Geist UND unserem Körper (oder einer perfekten, sprich: sinnlich nicht unterscheidbaren Kopie/Illusion desselbigen).

Gruß Palimene
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 11.11.2004, 18:27
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Zamonien
Beiträge: 1931
Titel:

Nur ein kleiner Einschub:

"Was würde denn passieren, wenn meine rheinländische Leber einen Westfalen abstößt?"

Dieser Satz und die Betrachtungsweise hat uns zum Lachen als auch zum Nachdenken gebracht.
Ich denke, dass es etwas mit Lebensqualität zutun hat. Wenn jemand tagtäglich (z.B. durch die Einnahme von Medikamenten) daran erinnert wird, dass die Leber nicht seine eigene ist, stellt auch das eine Einschränkung dar.
Es liegt an dem Patienten, ob er mit den Händen eines Fremden fühlen möchte oder die Niere, deren Fehlen der Tod bedeuten würde, akzeptiert.

Der Mann mit den zwei transplantierten Händen hat sie, soweit ich den Fall in den Medien verfolgen konnte, sich wieder abnehmen lassen.

Wenn nun künstliche Hände zur Verfügung stehen, dann kann eine Anbindung an die Nerven dem Gehirn "vorgaukeln" so zu fühlen wie er gefühlt hat. Die Frage ist, ob er dann nicht wieder in den Konflikt kommt, dass ihm bewußt wird, dass ihm ein fremdes Objekt sagt was er fühlt.

Die Entscheidung liegt also zwischen
Ist das was ich fühle, so wie ich es fühlen würde (transplantierte Hände)
oder
Ist das was ich fühle, dass was mir eine Maschine zu fühlen vorgibt?

Der letztere Fall kommt für mich einer gewissen Entmündigung gleich, während die transplantierten Hände noch ein "echtes Gefühl" weitergaben.

Lieben Gruß
La_Penna
Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
To page top
Verfasst am: 12.11.2004, 10:31
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 529
Titel:

Palimene auch hier wieder da! Das muß mit einem kleinen Beitrag gefeiert werden...

Wir sind doch mal wieder bei dem rätselhaften Verhältnis zwischen "Bewußtsein" und "Körper" angelangt, wenn ich das richtig verstehe - beim "Leib-Seele-Problem", so to speak. Ich gehe davon aus (und Ihr scheint das auch zu tun?), daß es sich hierbei um zwei unterschiedliche, von einander streng unterschiedene "Systeme" handelt - die gleichwohl sehr eng aufeinander bezogen und voneinander abhängig sind. Man kann das auch anders sehen. Es gibt doch Denkrichtungen, die das Bewußtsein als eine rein körperliche Funktion verstehen. Und umgekehrt die Auffassung, daß der Körper nichts als eine "Fiktion" des Bewußtseins ist. Meint Güldenstern das, wenn sie schreibt:

Gueldenstern hat Folgendes geschrieben:
Man kann - auf Dauer - nur Gedanken oder gar nichts haben.


Für mein Verständnis liegt das Problem mal wieder darin, daß es den Körper mit all seinen Funktionen, Aussetzern, Zipperlein zwar gibt (geben muß? Weil er damit nunmal auch die Bedingungen für die körperliche Funktionsfähigkeit des Gehirns, und damit des Bewußtseins liefert). Zugänglich allerdings ist er uns wiederum nur durch das Bewußtsein - ein Schmerz, den wir (ob jetzt in den Tiefen des Bewußtseins oder an dessen Oberfläche) nicht spüren, den gibt es nicht. (Und ein Phantomschmerz ist die Spur, die ein nicht mehr vorhandenes Körper-Teil im Bewußtsein hinterläßt? Hat das Gehirn in der Schüssel am ganzen "Körper" Schmerzen?) Die Geschichte mit den Transplantationen bebildern dieses paradoxe und sensible Verhältnis zwischen den beiden unabhängig-abhängigen Systemen sehr schön. Das Bewußtsein wird unter Umständen nicht fertig mit dem Widerspruch, der zwischen der - durch alte, ursprüngliche Körper-Reize - angelegten Struktur (sozusagen Erinnerung) und den neuen, von außen anbrandenden körperlichen Reizen besteht. (Unter Umständen wird der Körper auch nicht fertig mit den Schwierigkeiten, die das Bewußtsein ihm - auf seiner Außenseite sozusagen - macht. Er stößt das transplantierte Organ ab. Obwohl das vielleicht auch rein körperliche, körper-interne, Gründe haben kann.)

Langer Rede kurzer nb-Sinn (die Phrase diesmal ohne Kommafehler! Winken ) - und Palimene paraphrasierend, wenn ich sie nach dieser langen Zeit noch richtig verstehe: Jedes System braucht seine Umwelt, um sich von etwas unterscheiden zu können (um eine Identität entwickeln zu können). Der Körper ist die primäre Umwelt des Bewußtseins. (Vielleicht kann eine Maschine diese Umwelt simulieren - teilweise? Irgendwann komplett?) Das haben die Katholiken vielleicht erkannt?

Palimene hat Folgendes geschrieben:
...es steckt doch eine sehr wahre Erkenntnis über unsere Existenz darin: dass wir Menschen nur "wir selbst" und vollständig sind MIT unserem Geist UND unserem Körper


offtopic: Palimene? Du? Die schröckliche neue Schlechtschreibung? Geschockt Oder hast Du die schon immer benutzt, allein aus beruflichen Gründen, und mein Bewußtsein hat diesen körperlichen Schmerz verdrängt?

Nichts für ungut, liebe Grüße,

nb.

Edit: Gerade entdecke ich in einem Buch meines Theorie-Lieblings Peter Fuchs ("Der Eigen-Sinn des Bewußtseins") ein wunderbares Zitat, das wunderbar hier her paßt.

"Die Worte sind noch mehr Teil unserer selbst als die Nerven. Wir kennen unser Gehirn ausschließlich vom Hörensagen." - Paul Valéry

Ist das cool oder ist das cool? Wir brauchen den Körper (?) - aber wir kennen ihn nicht. Cool
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 12.11.2004, 17:39
: Bürger(in) Zions :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Düsseldorf
Beiträge: 597
Titel:

offtopic:

Ja, nb, ich verwende die neue Rechtschreibung seit ihrer Einführung - jedenfalls die Teile, die ich für logisch nachvollziehbar halte wie z.B. "ss" nach kurzen Vokalen. Ich musste mich frühzeitig damit vertraut machen, da ich in einem Verlagshaus arbeite, das sich (immer noch) nicht eines Besseren belehren ließ... Mittlerweile finde ich das nicht mehr schlimm und komme damit ganz gut zurecht. Habe dies aber seit meinem Forumseintritt vor nun 1 1/2 Jahren so gehalten, das hat Dein Bewusstsein wohl ausgeblendet.

ontopic:

Inhaltlich war ich noch nicht auf dieser hochtheoretischen Ebene mit den Unterscheidungen der Systeme angelangt, daher paraphrasierst Du mich nicht mit Deiner Zusammenfassung, nb... Dennoch hat die Systemtheorie immer noch nichts von ihrer Faszination für mich eingebüßt, stelle ich gerade fest. Gerade Dein Edit-Zitat ist mal wieder der Hammer und so treffend für dieses Thema.

"Wir kennen unser Gehirn ausschließlich vom Hörensagen." Das ist echt großartig. Ich frage mich gerade, was wir eigentlich besser kennen - unseren Geist oder unseren Körper (- unser Gehirn ist ja ein Bestandteil des letzteren)? Wenn unser Körper nur durch unser Bewusstsein erfahrbar wird und wir dieses nur "vom Hörensagen" kennen - dann kennen wir unseren Körper doch folglich noch indirekter als unseren Geist? Nochmal anders herum: als erstes "kennen" wir unseren Geist und durch den Geist erst unseren Körper. Versteht jemand, wie ich das meine?

Übrigens La_Penna, stimme ich Dir zu, was die "Entmündigung" durch die Illusion der Bewusstseinsumwelt "Körper" durch die Maschine anbelangt. Allerdings ist dies ja nicht der Fall bei den künstlichen Händen, denn hier weiß das Bewusstsein um die Künstlichkeit der Hände. Durch die Perfektion der Illusion jedoch wird diese Künstlichkeit vermutlich irgendwann nicht mehr als störend empfunden und daher irrelevant - so wie bei einem verpflanzten Herzen oder einer Niere.
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 13.11.2004, 20:01
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

offtopic: Nb, ich leide mit Dir. Laß´sie, jeder ist ein freier Mensch - und doch, es schmerzt. Was tut der Tunfisch? Ich bin sooo traurig!

ontopic:

Mal bei Palimene und der Transplantation Hand vs. Leber beginnend:
Die psychischen Probleme des Transplantierten sind glaube ich nicht nur von der "Sichtbarkeit" abhängig. Wir haben in Österreich einen Polizisten, dem die Hände von dem langjährigen Bombenterroristen weggesprengt wurden, er hat sich dann Hände transplantieren lassen, und ist nach eigenen Angaben sehr glücklich damit. Ich gehe jetzt mal davon aus, daß das stimmt.
(ich geh´jetzt absichtlich nicht auf den medizinischen Aspekt der Sache ein, das führte zu weit, obwohl da die Psychologie erst RICHTIG interessant wird, aber da braucht man irre viel Vorgespräche - also lasse ich das hier weg).

Die Illusion, daß die Sache "echt" ist, meinst Du, ist der Punkt.
Ohne das ganz sachlich begründen zu können, habe ich das Gefühl, daß das nicht stimmt.
Eine Brille ist ein zu simples Beispiel...und doch, es gibt mir die Illusion, daß meine Hornhaut optimal gekrümmt ist, plus die Realität, daß sie auf der Nase drückt. Meins und doch nicht meines (der Aspekt, daß es ein Teil eines anderen ist, fällt bei der Brille weg, aber auch den lasse ich hier sowieso mal weg).

Zitat:
Wenn hingegen künstliche Hände geschaffen werden können, die die Illusion meiner ursprünglichen Hände perfekt nachahmen, kann ich mir gut vorstellen, dass mein Geist damit kein Problem hätte.

Wenn´s funktioniert, habe ich damit keine Probleme, aber wenn´s medizinisch mir prktikabel erschiene, hätte ich mit fremden menschlichen Händen auch kein Problem.
Zitat:
Mein Geist als Hirn in der Schüssel, mein Geist als Innenleben eines Computers hätte garantiert riesige Probleme.

Wo ist die Grenze, daß man sich statt "sich" nur mehr als hilfloses Hirn in der Schüssel sieht?

Zitat:
Wenn nun künstliche Hände zur Verfügung stehen, dann kann eine Anbindung an die Nerven dem Gehirn "vorgaukeln" so zu fühlen wie er gefühlt hat. Die Frage ist, ob er dann nicht wieder in den Konflikt kommt, dass ihm bewußt wird, dass ihm ein fremdes Objekt sagt was er fühlt.


Mir gefällt die Vorstellung, daß mir was vorgegaukelt wird, nicht.
Aber: wo ist der Unterschied?
Elektrischer Strom, der zwischen den Gehirnzellen hin- und herflitzt, in beiden Fällen.

Es müßte doch vollkommen irrelevant sein, ob der Reiz von einem biologischen oder einem technischen Sensorium kommt, der diese Hirnströme in Bewegung setzt (bis ich überlauere: Hier ist der Radiergummi - z.B.).
Wesentlich ist doch nur, DAß ich´s richtig überlauere und den Radiergummi nicht mit einer Handgranate verwechsle.

Abgesehen davon, daß wir da sowieso schon wieder in den Gefilden der Realitätsfrage sind, gipfelnd darin, daß man sich fragen kann: Gibt es mich, oder bilde ich mich mir nur ein?

Wenn es mich gibt, kann ich eine gewisse Relevanz eventuell draus ziehen, daß die Sensorien original-bio sind.
Wenn ich mir mich nur einbilde, ist´s wahrlich egal.

Zitat:
Ich gehe davon aus (und Ihr scheint das auch zu tun?), daß es sich hierbei um zwei unterschiedliche, von einander streng unterschiedene "Systeme" handelt - die gleichwohl sehr eng aufeinander bezogen und voneinander abhängig sind. Man kann das auch anders sehen. Es gibt doch Denkrichtungen, die das Bewußtsein als eine rein körperliche Funktion verstehen. Und umgekehrt die Auffassung, daß der Körper nichts als eine "Fiktion" des Bewußtseins ist.


Nein, ich geh´von gar nichts aus. Wenn ich darüber ernsthaft nachdenke, komme ich zur Erkenntnis, daß ich KEINE AHNUNG habe.
Extra, getrennt und doch zusammen, völlig vereint - Fragezeichen.

Ich fühle mich so verwirrt.


Moment, ich fange von vorne an:
Zitat:
Die gedankliche Bruchlinie zwischen "Der Körper ist garantiert auf Dauer ein Nullum" und "Gedanken völlig ohne Körper sind eine ausgesprochen ungute Vorstellung" irritiert mich sehr.

Mit ersterem habe ich gemeint, daß man garantiert stirbt, und dann IST der Körper weg, und weg und weg. AUS.
Mit man kann nur gar nichts haben - oder ausschließlich seine Gedanken habe ich Folgendes gemeint.
Entweder ist´s nach dem Tod aus. Körper perdu, Geist zerbröselt. Also gar nichts.
Oder die "Seele", was immer man jetzt drunter versteht, überlebt´s (wie immer. Das ist dann aber garantiert nicht mit dem (zu Staub zerfallenen) Körper verbunden.
Dann ist man aber drittens "das Hirn in der Schüssel" - und das will ich nun auch wieder nicht sein, ewiges Leben hin oder her, es möge bitte nicht in der Schüssel stattfinden. Obwohl, und da wird´s wirklich paradox, ich prinzipiell schon der Meinung bin, daß das Denken das Wesentlichere im Leben ist.

Ach, ich weiß nicht, ich verkoffere mich gerade gewaltig, glaube ich.

Zitat:
Und was die kath. Vorstellung von der "Auferstehung des Fleisches" anbelangt: man kann davon halten was man will (- mir selbst fällt es sehr schwer, zu diesem Teil des kath. Glaubens einen Zugang zu finden -) - aber es steckt doch eine sehr wahre Erkenntnis über unsere Existenz darin: dass wir Menschen nur "wir selbst" und vollständig sind MIT unserem Geist UND unserem Körper (oder einer perfekten, sprich: sinnlich nicht unterscheidbaren Kopie/Illusion desselbigen).

Wenn aber eine perfekte Illusion da ist, dann IST das ja die Realität, oder?
Das Wesen der perfekten Illusion ist doch, daß sie fehlerlos ist, und damit der Realität gleichwertig? Also GLEICH?

Dann wäre es, z.B. eine Möglichkeit, daß die leibliche Auferstehung zum Inhalt/Hintergrund hat, daß man kapiert, daß der Körper sowieso immer eine Illusion war, und man sie gar nicht braucht, sobald man im Besitz der vollen Erkenntnis ist?
Aber warum dann dieses "Durchgangsstadium"?

Denn wenn man sich sowas überlegt, muß man ja doch als Grundlage haben, daß alles aus irgendeinem Grund sinnvoll und auch erfaßbar ist (wenn man sich bemüht).
Das hieße, den Körper einmal gehabt zu haben, egal, ob real oder perfekt simuliert, BRAUCHT man. Sonst kapiert man irgendwas nicht.
Das würde aber doch wieder darauf hindeuten, daß das Ganze real ist, aber nur ein Teilaspekt der Realität.

Und wenn, wenn´s so ist, dann ist es wiederum NICHt egal, ob man in einem menschlichen Körper steckt, oder das Hirn in der Schüssel ist, sprich die Gehirnzellen an einen Computer angeschlossen sind, der den Körper simuliert.
Dann braucht man die Erfahrung des "echten" körpers.
Warum bloß?
Zitat:
Der Körper ist die primäre Umwelt des Bewußtseins. (Vielleicht kann eine Maschine diese Umwelt simulieren - teilweise? Irgendwann komplett?)

Nein, unter diesen Umsrtänden wäre die Simulation wertlos, und das haben die Katholiken kapiert.

Und warum hat das der Katholizismus kapiert?
Irgendwas haben die kapiert, ich komm´nur nicht recht dahinter.

Zitat:
Nochmal anders herum: als erstes "kennen" wir unseren Geist und durch den Geist erst unseren Körper. Versteht jemand, wie ich das meine?

Ich glaube, ich versteh´s.

Aber jetzt habe ich wirklich einen Knopf im Hirn.
Ich geh´wieder zeichnen, ....und nachdenken.
Private Nachricht senden
To page top
Verfasst am: 15.11.2004, 09:21
: Orakel-Schüler(in) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Zamonien
Beiträge: 1931
Titel:

Zitat:

Nochmal anders herum: als erstes "kennen" wir unseren Geist und durch den Geist erst unseren Körper. Versteht jemand, wie ich das meine?


Ich ich verstehe es und doch komme ich mir vor wie bei der berühmten Frage: "Was war zu erst da? Das Ei oder die Henne."

Lieben Gruß
La_Penna
Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
To page top
Verfasst am: 19.11.2004, 09:33
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003

Beiträge: 1986
Titel:

Ich knabbere noch immer dran, worin der Erkenntnisgewinn des körperlichen Lebens liegt, den man braucht, um die Ewigkeit erleben zu können.

Zitat:
Das hieße, den Körper einmal gehabt zu haben, egal, ob real oder perfekt simuliert, BRAUCHT man. Sonst kapiert man irgendwas nicht.
Was sagt Ihr dazu? Hat da wer was dagegen einzuzwenden?

Der Allerliebste ist mal wieder NICHT gesprächsbereit. Böse
Private Nachricht senden
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... , 23, 24, 25  Weiter 
Dieses Forum ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten. Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   

Seite 24 von 25
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Darf keine Themen verfassen
Auf Beiträge nicht antworten
Deine Beiträge nicht bearbeiten.
Deine Beiträge nicht löschen.
Umfragen nicht mitmachen.