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Foren Spiele und RPG » RPG: Agenten HQ
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Verfasst am: 15.08.2003, 15:38
: Befreite(r) :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wien
Beiträge: 251
Titel: RPG: Agenten HQ

Das ist das Hauptquatier der Agenten. Hier werden Absprachen, Verhöre etc. reingepostet, also alles das was im Regierungsgebäude der Matrix spielt.

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Verfasst am: 11.09.2003, 00:13
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Neurointeraktive Realitätssimulation
Beiträge: 1168
Titel: RE: Agenten HQ

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude]

Der Himmel verdunkelte sich allmählich und schwarze Wolken überzogen den noch zuvor hellen Himmel. Das imperiale Regierungsgebäude ragte mächtig und kollosal in die Wolkendecke. Der saubergefegte Platz vor dem Tower war menschenleer. Kein Passant saß auf den schwarzen Bänken oder kam aus dem Gebäude. Totenstille herrschte fast an diesem Ort mitten im nobelsten Stadtteil des Downtown Districts. Lediglich einpaar schwarze Raaben saßen über das Areal verteilt und krächzten tödlich. Wind durchzog das Areal.

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[Matrix - Capitol City - Regierungsgebäude - Tiefgarage - Agent Will]

Dämmerich steriles Licht beleuchtete einige dunkle Regierungslimousinen. Aus wenigen Lüftungsschächten drang leichter Rauch aus. Mit einem leisen Bing öffneten sich die Fahrstuhltüren des Lifts. Agent Will stand in breiter Haltung da und trat aus der Kabine...

Nach einpaar ruhigen Schritten blieb er regungslos stehen und hielt sich an seinen Ohrstecker. Die charakterlose Miene verzog sich leicht, als er explizite Informationen erhielt. Ohne ein Wort zu sagen, ging er auf einen schwarzen Wagen zu, stieg ein und fuhr los.

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Ein schwarzer Caprice donnerte die Garageneinfahrt hoch und verschwand in den dunklen Hochhausschluchten Capitol Citys.

[Matrix - Capitol City - Regierungsgebäude]
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Verfasst am: 29.12.2003, 22:59
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Neurointeraktive Realitätssimulation
Beiträge: 1168
Titel:

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will]

,,Keine wirklichen Säuger...''

Die logischen Denkprozesse des Programms verknüpften die riesige Datenbank der Quelle mit den surrealen Einflüssen der urbanen Landschaft, die vor dem programmierten Auge lag, zu einem effizienten künstlichem Denken und einer daraus resultierenden Schlussfolgerung.

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Agent Will stand ruhig an der glasklaren Fensterwand, die einen weiten Blick auf die schier endlos scheinende Stadt frei gab. Der Horizont warf dunkle Wolken ab, die vom Wind getrieben schnell weiter zogen. Nur wenige grünlich-weiße Lichter der umliegenden Bürotürme wurden auf den dunklen Gläsern der Brille reflektiert, die Mundwinkel des Agenten waren leicht runtergezogen und seine Hände zu leichten Fäusten geballt. In dem modern gehaltenen, sterilen Büroraum flimmerten zwei Laptops, auf dem linken öffneten sich schnell Programmfenster und wurden ebenso schnell wieder geschlossen, Dateien wurden durchsucht. Auf dem rechten Bildschirm lief ruhig ein Scanprogram der Systemadministration dieser Welt. Und plötzlich schlug der Graph in einem kleinen Programfenster unregelmäßig auf und nieder.

Agent Will hob seine rechte Hand und tastete seinen Ohrstecker ab. Er drehte sich und sein Blick blieb auf einer sich öffnenden Bürotür ruhen. Agent Thanatos betrat den Raum, stellte sich seitlich hinter seinen Kollegen und begann gefühlskalt und ohne Betonung zu sprechen.

Agent Thanatos: ,,Unser Informant hatte Recht... Wir haben den Namen der gesuchten Zielperson''

Agent Will nahm die Hand von seinem Ohrstöpsel.

Agent Will: ,,Die Frau heißt Chi...''

Agent Thanatos: ,, Ja.''

Agent Will: ,,Wir sollten das Search program starten.''

Ohne Sekundenbruchteile vergehen zu lassen antwortete Agent Thanatos: ,,Läuft bereits.Wir haben bald ihre Daten.'' und richtete seinen Blick auf die Computerbildschirme. Er fuhr fort:

,,Die Frau wird beobachtet. Anscheinend versuchen sie eine Kontaktaufnahme mit der Zielperson herzustellen. Wir haben den Standort eines Rebellen lokalisiert.''

Agent Will: ,,Aufhalten.''

Die beiden Agenten sahen sich einen Moment kühl an, ein kaum vernehmbares Nicken und Agent Thanatos verließ den halbdunklen Raum.

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will]
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Verfasst am: 11.01.2004, 05:36
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Neurointeraktive Realitätssimulation
Beiträge: 1168
Titel:

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Chi, Agent Will, Agent Skinner, Agent Thanatos]

Fahles Licht von der Decke fiel auf Chis verunsichertes Gesicht. Zwei Agenten hatten sich seitlich hinter sie gestellt und engten sie spürbar ein. Sie schaute kurz und möglichst unauffällig in das kalte Gesicht eines Agenten und konnte kaum eine Regung ausmachen. Agent Will knallte eine grüne Aktenmappe auf den Metalltisch und rückte den zweiten Stuhl vor, um sich Chi gegenüber zu setzen.

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Er wickelte das Bändchen der Mappe langsam ab und schlug dann die Akte über Chis gesammte Identität in der Mitte auf. Zu sehen waren einige Fotos, Daten zur Person und einige detailreiche Informationen, die Chi erschaudern ließen, als sie sie kopfüber las. Wie konnte man soviel über ein anderes Leben herausfinden? Der Agent vor ihr zog in Betracht der Bilder leicht angewiedert die Mundwinkel nach unten. Agent Will schob die Akte mit den Fingerspitzen einwenig vor und lehnte sich dann nach der Lockerung seiner Manschettenknöpfe in Ruhe zurück. Chi hindessen war angespannt, kleine Schweißperlen hatten sich auf ihrer Stirn angesammelt. Dann begann der Agent zu sprechen:

,,Miss Pham... es hätte wirklich nicht soweit kommen müssen. Ihr Leben bestand bis vor kurzem aus den gewohnten Abläufen eines beständigen und sicheren Alltags. Sie sind sozialversichert, zahlen Steuern, tätigen einen Beruf und erbringen gelegentlich den Göttern im Japanischen Tempel erfürchtige Opfergaben. Ein durchaus akzeptables Leben, wie es scheint....''

Als diese Worte Chi erreichten, besann sie sich kurz auf ihre Verhältnisse zurück, atmete ungleichmäßig ein und senkte leicht den Kopf. Agent Will erhob seine Stimme währenddessen zu einem bedrohlicheren Ton, der Chi wieder aufblicken ließ. Er fuhr fort:

,,Aber wie Sie vielleicht wissen trügt uns der Schein des öfteren, was mich zu einer ihrer möglichen Fragen führt, in derer sie sicher wissen wollen, warum sie hier sind... Wir wissen das sie seit einer geraumen Zeit von einem Individuum kontaktiert wurden. Diese Person nennt sich selbst Lazarus und wird von den meisten der Behörden auf Grund krimineller Handlungen der frühen Vergangenheit als einer der gefährlichsten Verbrecher unserer Gesellschaft eingestuft. Alles was ihn dieser Mann vermitteln wollte ist irrelevant. Allein die Bereitschaft zum Kontakt mit kriminellen Strukturen ist ein Gesetzesverstoß der im Allgemeinen eine bedeutende Strafe mit sich bringt... Sie haben bewusst den Kontakt erwiedert, womit sie offentsichtlich der Schuld belastet werden können...''

Chi schluckte schwer, wurde immer nervöser uns sah sich unsicher, jedoch vorsichtig im sterilen Zimmer um, bis ihr starrer Blick auf Agent Wills kühlem Gesicht stehen blieb, der ihr offentsichtlich durch seine dunklen Brillengläser direkt in die Augen sah.

,,Wenn dies die unvermeidliche Ausgangslage wäre, würde ich dem Rat meines Kollegen hier...'' Agent Will deutete mit einer leichten Handbewegung auf Agent Skinner und fuhr gleichzeitig fort: ,,...befolgen und sie schlicht verhaften lassen, was eine langjährige Haftstrafe zur Folge haben würde... Ich aber glaube an eine rein logische Einsicht ihrerseits und gewähre Ihnen einen zweiten Start in ein für sie dann hoffentlich glückvolleres, neues Leben... alles was sie als Gegenleistung erbringen müssen ist, einen Terroristen der unfehlbaren Gerechtigkeit Justizias auszuliefern...''

Die beiden stehenden Agenten neigten ihre Köpfe zu Chi hinunter und warteten regungslos eine Antwort ab. Agent Will nahm die Ellbogen auf den Tisch, faltete die Hände zusammen und beugte sich nach vorn...

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Chi, Agent Will, Agent Skinner, Agent Thanatos]


Zuletzt bearbeitet von Agent Will am 11.01.2004, 21:27, insgesamt einmal bearbeitet
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Verfasst am: 11.01.2004, 14:35
: Crewmitglied :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Wolken der Träume
Beiträge: 1266
Titel:

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Chi, Agent Will, Agent Skinner, Agent Thanatos]

Chi kam sich furchtbar beengt vor...alles in diesem kalten,sterilen Raum schien sie einzuschließen.Und dann noch diese drei Männer von denen eine kalte und gemeine Aura ausging.Ihre Gedanken schienen in gähnender Schwärze zu versinken und ihre vorher noch angstvollen aber klaren Gedankengänge verschwommen im Dunkel.

Wem konnte sie trauen?Es kam ihr vor als wüsste zurzeit jeder mehr von ihrem Leben als sie selbst es tat.Sie war umgeben von Leuten die ihr Leben beobachteten,von ihr wussten,jeden falschen Schritt den sie einmal in ihrem Leben begangen hatte ihr nun vor die Nase hielten um ihr zu beweisen dass sie keine Kontrolle mehr hatte...weder über sich,noch über ihr Leben...und auch nicht über ihre Freiheit.Sie war nicht frei...sie versuchte ihren Blick an irgendetwas in dem leeren Raum zu heften,entdeckte aber nichts.Dann sah sie in das regungslose Gesicht de Mannes der vor ihr saß und durch die dunklen Gläser der Sonnenbrille glaubte sie Augen,kalt wie Eissplitter, zu sehen die bedrohlich zu ihr zurückstarrten.Ihr Atem ging ungleichmäßig und sie fing an zu schwitzen.Sie hatte sich schuldig gemacht,weil sie mit jemandem geredet hatte den sie weder gekannt,noch verstanden hatte.

"Diese Person nennt sich selbst Lazarus und wird von den meisten der Behörden auf Grund krimineller Handlungen der frühen Vergangenheit als einer der gefährlichsten Verbrecher unserer Gesellschaft eingestuft. "
Lazarus...so hieß dieser Unbekannte also...ihn hatte sie auch auf dem Dach gesehen...

"...Sie haben bewusst den Kontakt erwiedert, womit sie offentsichtlich der Schuld belastet werden können...'

Aber sie hatte das nicht gewollt...sie hatte es nicht gewollt!Was sollte sie denn tun?Eine Gänsehaut stellte ihr die Haare auf...ihr Inneres sträubte sich...sie hatte es nicht gewollt und trotzdem war sie schuldig!Niemand hatte sie erklären lassen...aber konnte sie diesem Mann mit den grausamen Augen überhaupt etwas erklären?Sie wurde immer nervöser und unsicherer....ein Wangenmuskel zuckte...und fast ohne Hoffnung ließ sie den Blick sinken.Dann lebte der letzte Funke Hoffnung noch ein letztes Mal auf....er bot ihr eine Chance....fast kam es ihr vor als ob sie ein wenig Freundlichkeit aus der zuvor so kalten und sarkastischen Stimme hören zu können.Sie musste den Terroristen ausliefern...sonst nichts,alles würde wieder so werden wie es war.
Sie sehnte sich nach Ruhe und ihrem normalen Leben...aber trotzdem..was wenn dieser Lazarus Recht hatte?Ihr Gegenüber hatte sich vorgelehnt und wartete sichtlich auf Antwort...
Immer noch schien es ihr als würde Dunkelheit sie umnachten...
Ihre Stimme klirrte und sie flüsterte fast als sie antwortete...

"Ich will das nicht.
Ich...ich will nicht ins Gefängnis...ich will nicht..ich will nicht mit diesen Leuten in Kontakt sein..."

Der Agent reagierte mit einem kaum vernehmbaren Kopfnicken,während Chi einem Ausbruch in Tränen sehr nah war.Ihr Blick war auf den Boden gerichtet...

"Das ist wirklich eine sehr kluge Entscheidung Miss Pham.Ich wusste doch sie würden Einsicht zeigen..."

"Was wollen sie das ich tue..."

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Chi, Agent Will, Agent Skinner, Agent Thanatos]
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Verfasst am: 11.01.2004, 18:21
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Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Neurointeraktive Realitätssimulation
Beiträge: 1168
Titel:

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Chi, Agent Will, Agent Skinner, Agent Thanatos]

,,Eine gute Entscheidung derer sie sich mit einem zukünftig aussichtsreichen Leben sicher fühlen dürfen, Miss Pham...''

Agent Wills Gesichtszüge formten ein leichtes, diabolisch anmutendes Lächeln, das sich schlagartig zu einer ernsten und gefahrvollen Miene wandelte. Er schlug die Akte zu, ließ den Faden diesmal unbeachtet und stand urplötzlich auf. Er öffnete die zwei Knöpfe seines Sackos und führte die rechte Hand zu seiner Innentasche. Chi erschrak, als die beiden Agenten hinter ihr sie an den Armen packten und aus dem Stuhl hoben. Ein verebbter, seufzender Aufschrei war zu vernehmen, als Chi mit dem Rücken in der Mitte der beiden Männer gegen die Wand gedrückt wurde. Gegen die schier massive Kraft ihrer Peiniger hatte sie nicht die geringste Chance, ihre Oberarme schmerzten unter dem Druck der festen Griffe. Agent Will nahm ein schwarzes Lederetui aus der Anzugjacke und kam auf sie zu.

,,Doch in nachfolgender Hinsicht bedarf diese Entscheidung dennoch einer gewissen Kontrolle, derer Sie sich bedauerlicherweise nicht entziehen können...''

Der Agent schlug das Etui auf, zog eine kleine elektronische Kapsel hinaus und griff erneut in seine Jacke um aus dem Pistolenhalfter etwas zu entnehmen. Zum Vorschein kam eine Art Pistole, in die der Agent die kleine Metallkapsel steckte und einen Sicherungshebel einrasten ließ. Dabei fuhr er fort, der Tonfall ließ Chi vor Angst zu zittern anfangen:

,,... die Zeiten kommen, an denen auch ihre Rasse an Verstand gewinnt, und beginnen wird zu verstehen, an welche Maßgeblichkeiten diese Welten gebunden sind. Eure Art kann nur unsäglich dagegen ankämpfen, dem inneren rebellischem Trieb folgend, und wird letzten Endes doch begreifen, das die vermeintliche Tragödie des unvermeidlichen Schicksals eurer Evolution nicht aufzuhalten ist... Träumen sie was Gutes, Miss Pham...''

In Chis Augen flammten schweißtreibende Gedanken der Angst, ihr wurde kalt, das Bewusstsein trübe, die Augen weiterhin vor blanker Überforderung ins Leere starrend aufgerissen. Eine starke Hand packte sie luftabschnürend am Hals, sie verlor den Boden unter den Füßen und wurde nach oben gedrückt. Eine Glaslinse setzte an ihrem rechten Auge an, spitze Metallarme rissen ihr Augenlid weit nach oben bis sie vor Schmerz aufschrie. Kleinere Blitze zuckten, Agent Will, das pistolenähnliche Gerät fest in der Hand und an Chis Auge gepresst, drückte einen Knopf und ein unbegreifliches Gefühl entstand nach Chis Empfinden. Etwas schnelles, kaum zu fassendes drückte sich in eine ihrer Augenhöhlen und so schnell wie es zu spüren war, fühlte sie nichts mehr. Sie wurde ohnmächtig, für das bloße Auge unsichtbar veränderte sich der Code in schwer lesbare Zeichen, er fing an zu Surren, zu zucken und mit einer großen, helleren Code-Welle von der Decke des Raumes lief er wieder gleichmäßig und ruhig wie gewöhnlich. Chi war verschwunden, die drei Männer verließen langsam den Raum...

[Matrix - Capitol City - Government District - Regierungsgebäude - Verhörraum]
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Verfasst am: 07.05.2005, 21:35
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Neurointeraktive Realitätssimulation
Beiträge: 1168
Titel: Die Macht der Maschinen (2)

[Matrix - Mega City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will, Agent Vaughn, Agent Skinner, Cathy]

Mit einem gedämpften Bing schoben sich geräuschlos die Türen des Liftes zur Seite. Die Agenten traten zusammen mit Cathy, die in der Mitte der Gruppe lief, aus der Fahrstuhlkabine und schritten den Gang hinab. Der Flur war sehr sauber und einheitlich durch schwarze, eckige Metalldeckenleuchter erhellt. An den Wänden, die durch netzartig angelegte grüngraue Wandplatten verkleidet waren, hingen in gleichmäßigen Abständen, in breite, dunkelgraue Rahmen gefasst, Schwarzweißfotographien von modernen Stadtimpressionen und urbaner Architektur. Hin und wieder gingen sie an einer Sitzgruppe aus schwarzem Leder und dazugehörigen Glastischen vorbei. Alles schien steril und in einer seltsamen Weise düster, obgleich die Innenausstattung mit ihrer gediegenen Farbwahl, dem modernem Mobeliar und der gedämpften Beleuchtung offentsichtlich gekonnt zusammengestellt wurde. Selbst die klimatisierte Luft jedoch wirkte auf eine gewisse Art erdrückend künstlich.

Am Ende des langen Ganges durchschritten sie ein ebenso eingerichtetes Vorzimmer und betraten nach Agent Will, der vorausgegangen war und die Tür geöffnet hatte, ein großes Büro, dessen vier Stehlampen im gleichen Design der Flurbeleuchtung in jeder Ecke des Raumes aufflackerten und zu strahlen begannen. Die Tischlampen neben der Ledercouch taten es ihnen gleich und tauchten auch das Büro in ein kaltes Licht. In der Nähe der Glaswand der Gebäudefassage befand sich ein großer Schreibtisch hinter dem ein mächtiger Ledersessel und vor dem widerum ein metallener Bürostuhl stand. Agent Will stellte sich neben ihm mit dem Blick aus dem Fenster auf die gegenüberliegenden Wolkenkratzer, die sich wie schimmernde Silhouetten vom düsteren Horizont absetzten. Immer noch peitschte heftiger Regenfall gegen das Glas und in der Ferne durchzogen einpaar Blitze den wolkenbehangenen Himmel. Zwei ausgeschaltete Laptops und diverse andere kleine Gerätschaften standen gegenüber der Fensterwand auf einem schmalen Tisch, vor dem ebenfalls ein metallener Bürostuhl stand. Agent Skinner setzte sich auf den Stuhl und wirkte dabei irgendwie steif, er gab keine Regung mehr von sich. Cathy wurde mit einem Handwink dazu eingeladen auf der schwarzen Sitzreihe Platz zu nehmen, was sie auch gleich tat. Ihr graues Businessdress war schon wieder leicht getrocknet. Agent Vaughn schloss als Letzter der Runde die Zimmertür und stellte sich neben Agent Skinner inmitten des Raumes. Agent Will erhob das monotone Wort, während er sich umdrehte und ein sehr leichtes, äußerst gespieltes Lächeln hervorbrachte:

,,Miss Brestow, ich hoffe unser Treffen hat Ihnen nicht allzu große Umstände bereitet. Sicherlich ahnen Sie bereits, warum Sie hier sind. Mein Kollege hier, der Ihnen bekannt sein dürfte, ist genauso zuversichtlich wie wir anderen bei diesem Vorhaben. Wir werden Ihre zukünfitge Kooperation wirklich zu schätzen wissen...''

Cathy sah auf, auf ihren Gesicht lag nun kein Zweifel und keine Angst mehr, ihre Stirn legte sich in ernste und machtbewusste Falten und ihr Blick war klar. Zum ersten Mal traf sie nun auch die anderen Agenten des Systems und sie kamen ihr seit dem ersten Moment sehr ähnlich vor. Nahezu identisch. Jedem von ihnen wohnte diese gewisse Kühle bei, die auf jeden Außenstehenden unvermeidlich Eindruck machte. Ohne das sie antwortet fuhr Agent Will fort:

,,Wissen Sie, in der langen Zeit in der ich in der Matrix bin habe ich eine Sache sicher feststellen können. Ihre Rasse stellt auf der ihr zugrundeliegenden Triebbasis heraus nicht das notwendige natürliche Gleichwicht zu ihrer Umgebung her... Vielleicht ein nicht allzu bedeutungsloser Grund der zu diesem ganzen Verlauf bis hier her führte, an den Punkt, an dem wir alle nun gemeinsam unweigerlich angelangt sind. Das weitere ist irrelevant, Fakt ist, als wir für euch das Denken übernahmen wurde dieser Planet und das verbliebene Leben auch unsere Existensgrundlage, die wir lediglich durch erhaltene Maßnahmen aufrecht zu erhalten versuchen. Nicht alle von uns sind von Ihnen überzeugt, jedoch glauben wir an ihre Effizienz. Wir erhoffen uns durch ihre Arbeit und ihr Wissen, das auf der Tatsache basiert, das sie selbst menschlich und keine Maschine sind, die Eigenarten ihrer Rasse besser verstehen zu lernen, um die Produktivität steigern zu können, was letztenendes allen an das System angeschlossenen Organismen zu gute kommt. Einige spezielle Programme werden Ihnen bei dieser schwierigen Aufgabe selbstverstänlich zur Seite stehen. Im Gegenzug dafür eröffnen wir Ihnen eine Welt, die Sie sich so vorher nicht vorstellen hätten können. Sie werden mit anderen Worten auf keinen Fall leer ausgehen. Infolgedessen wäre der Kreislauf wieder geschlossen, sie helfen uns ihrer Rasse zu helfen und wir tragen unseren Teil dazu bei, mit den uns zu Verfügung stehenden Mitteln Mensch und Maschine in Harmonie koexistieren zu lassen. Beständigkeit auf lange Zeit, das natürliche Gleichgewicht wäre damit hergestellt...''

Für Cathy klang dies aus ihrem machtgierigen Trieb und der sich langsam entwickelnden Arroganz heraus nach einem unablehnbaren Angebot. Das die Maschinen unausgesprochen durch diese Kooperation eine Maximierung der Energiegewinnung zur bevorstehenden Großproduktion an Kriegsmaschinen durch die effiziente Analyse des menschlichen Biorythmus und der Psychologie, sowie aller grundlegenden biometrischen Daten, in Aussicht hatten, war für sie in diesem Augenblick des glühenden Eifers unbemerkt untergegangen und ohnehin nebensächlich.

Agent Will sah triumphierend zu seinem Kollegen Vaughn herüber, der Cathy ohne gekünsteltes Lächeln, vollkommen emotionslos abwartend anstarrte. Sie brauchte einen Augenblick bis sie reagierte...

[Matrix - Mega City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will, Agent Vaughn, Agent Skinner, Cathy]
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Verfasst am: 10.05.2005, 22:17
: Crewmitglied :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Freiburg
Beiträge: 1418
Titel:

[Matrix - Mega City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will, Agent Vaughn, Agent Skinner, Cathy]

Aus ihren weit geöffneten Augen heraus sah Cathy Brestow wie Agent Will triumphierend zu seinem Kollegen Agent Vaughn herübersah. Dieser sah sie ohne jede Emotion in seinen Gesichtszügen an, darauf wartend, dass sie antworten würde.

Oft war Cathy bei den Treffen mit Agent Vaughn in Versuchung geraten etwas menschliches in ihm zu sehen, aber nicht ein einziges Mal war ihr das gelungen. Zu kühl und gefühllos waren seine Worte, seine Antworten, seine wenigen Gesten.

Cathy blickte von Agent Vaughn zu Agent Will und zu Agent Skinner. Alle drei hatten ihren Blick auf sie gerichtet, zeigten aber nicht ansatzweise so etwas wie Ungeduld während sie auf ihre Antwort warteten. Sie sah zurück zu Agent Vaughn, vermutlich weil er ihr am meisten vertraut war. Sie hatte die Hoffnung, in seinem Gesicht so was wie eine Entscheidungshilfe zu finden, doch da gab es nichts. Diese Entscheidung musste sie alleine treffen und tief in sich spürte sie, dass sie sie bereits getroffen hatte. Nun kam sie an den Punkt an dem sie verstehen musste, warum sie sich so entschieden hatte...

„Also gut, ich werde es machen.“
, kamen leise die Worte aus Cathys Mund. Agent Wills Mundwinkel verzogen sich ein Stück nach oben, so dass es beinahe so aussah, als würde er lächeln. „Sehr schön, Mrs. Brestow. Wir hatte nicht an Ihrer Einsicht gezweifelt.“

Mit einer Kopfbewegung gab er Cathy zu verstehen, dass sie sich auf den Stuhl setzen sollte, von dem Agent Skinner sich gerade erhoben hatte. Als Cathy aufstand spüre sie ein leichtes zittern in den Beinen, doch sie ignorierte dieses menschliche Gefühl. Sie durchschritt den Raum mit wenigen Schritten und nahm Platz. Draußen hört man wie ein gewaltiger Donner die Stille der Nacht durchbrach und der Regen stärker wurde.

Agent Skinner hatte sich wortlos daran gemacht Cathy mit einigen Elektroden am Kopf zu verkabeln. Er schaltete einige der Geräte ein, die hinter Cathy auf dem Tisch standen. Sogleich gaben sie ein leichtes summen von sich. „Was geschieht nun mit mir?“, fragte Cathy. „Keine Sorge Mrs. Brestow, wir werden sie lediglich mit den für sie relevanten Informationen versorgen.“ antwortete Agent Will. Er sah zu Agent Skinner worauf dieser einige Schalter der Geräte umlegte und Cathy ein merkwürdiges Gefühl, dass sie nicht näher beschreiben konnte, in ihrem Kopf wahrnahm. Sie schloss die Augen um sich auf dieses Gefühl konzentrieren zu können. Es war beinahe so, als sähe sie ein Teil ihres Lebens vor sich in Zeitraffer vorbeiziehen. Aber es war nicht das Leben, das sie in der Vergangenheit gelebt hatte, es war das Leben das sie vor sich hatte.

Nach wenigen Augenblicken öffnete sie die Augen: „Ich bin bereit.“ sagte Cathy...

[Matrix - Mega City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will, Agent Vaughn, Agent Skinner, Cathy]
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Verfasst am: 13.05.2005, 22:51
: Ranglos :

Anmeldungsdatum: 06.11.2003
Wohnort: Neurointeraktive Realitätssimulation
Beiträge: 1168
Titel: Die Macht der Maschinen (3)

[Matrix - Mega City - Government District - Regierungsgebäude - Agent Will, Agent Vaughn, Agent Skinner, Cathy]

Cathy schloss ihre Augen als im Moment der inneren Stille ein gewaltiger Datenstrom ihren Geist durchfloss. Tausende Informationsstränge wurden in weniger als einer Minute durch einen Systembefehl direkt in ihr virtuelles Gehirn gespeist, die Maschinen hatten ihre neue Existenz bis ins Detail vorbereitet. Ihre Vergangenheit und die Gegenwart wurden so angepasst, dass sie um alle ihre Begebenheiten ihres neuen Lebens wusste. Alle Neuerungen würden ihr nicht fremd vorkommen, keine einzige Person in der Gesellschaft bzw. ihres neuen Lebens würde sie nicht kennen, dafür hatten die Maschinen mit neuen Erinnerungen nahezu akribisch gesorgt. Und mit dem ansteigenden Wissensstand wuchs immer mehr ihr charakterliches Selbstbewusstsein und der Sinn eine gewisse Macht inne zu haben. Die alte, schwächliche Cathy verblasste, hervor kam jedoch wie der Phoenix aus der Asche, ihr neues, nach Macht gierendes, starkes Ich. Ihren kleinen Vornamen würde sie von nun an ablegen, zu naiv, fast befremdlich wirkte er auf einmal auf sie. Cathy war vergessen, aus ihr hervor ging nun eine neue Brestow.

Durch die Formung ihres neuen Lebens, wurden auch ihre äußeren Umstände der neuen Identität angepasst. Auf den Wohnzimmertischen in ihrem Anwesen im einem Villenviertel am Rande der Stadt, das wie so viele von einem privaten Sicherheitsdienst überwacht wurde, standen nun Bilder, auf denen sie mächtigen Personen aus Wirtschaft, Industrie oder Politik adäquat lächelnd die Hand schüttelte und selbst ihr nobles Cityappartement in Hampton Green, nahe dem Zentrum der Stadt wies durch eindeutige Anzeichen daraufhin, das sie nun als leitende Wissenschaftlerin im Psychoanalytischen Institut für Humanmedizin arbeitete, sowie in den Vorständen einiger großer Konzerne, wie dem mächtigen Pharmakonzern Slumberil oder Harwest Corp., saß und dort Machtfunktionen ausübte. Ebenso hatte sie Hausangestellte und einige luxuriöse Automobile bekommen.

Es schien so, als würde sich das System dankbar dafür erweisen wollen, in welchem Umfang sie in den kommenden Monaten durch ihr spezifisches Wissen und die daraus resultierende präzisere Forschung sowie Ausschöpfung des vollen Potenzials die Energieproduktivität der Lieferanten um fast die Hälfte steigern würde. Fernab des trügerisch grünen Horizonts, der weiten urbanen Landschaft und der vielen tausend blinden Seelen, die seit jenem Tag als die Sonne ihre letzten Strahlen gen Erdboden schickte, in der augenscheinlichen Welt ihren ewigen Schlaf gefunden hatten, donnerten unvorstellbare Massen an Strom durch die massigen Pipelines Richtung Zero One. Dem Herz der maschinellen Zivilisation und dem zentralen Ort, an dem schon sehr bald durch die zur Verfügung stehende Mehrkapazität eine beträchtliche Produktion an Kriegsmaschinerie anlaufen würde, die für nur einen Zweck gebaut, den tragischen Untergang der verbliebenen menschlichen Rasse einleiten und somit den Fortbestand in kontrollierter Aufzucht und Haltung sichern konnte. Die Armee der Maschinen würde kommen, daran bestand kein Zweifel. Es war wie so oft nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die unermüdliche Schlinge der Maschinen um den japsenden Hals der Rebellen ziehen sollte und das unweigerliche Ende Zions durch einen monumentalen Zug besiegeln würde.

Der Datenstrom versiegte. Durch das fahle Bürolicht kurzzeizih geblendet, gaben Cathys Lider ihre schimmernden Augen frei, in denen ein glühendes Feuer voll Machtbewusstheit und herrschendem Selbstbewusstsein brannte. Selbst ihr Körper fühlte sich nach der direkten Verbindung mit dem Zentralcomputer der Maschinen vitaler und kräftiger an, als ob die Maschinen sie durch erneuerte Codeinformationen auch physisch erstärkt hätten. Kein Anzeichen von Zweifel oder Unbehangen lag nun in ihrem Blick, beherrscht stand sie auf und sah sich kurz im Raum um, den sie nun in einem anderen Licht wahrzunehmen schien. Die Wächter des Systems hatten sich während des Updates dezent zurückgehalten, Agent Will nahm nach Abschluss der Einspeisung um voranzuschreiten, lapidar das Wort auf:

„Wir werden Ihnen zwei Programme an die Seite stellen, die mit dem zugrunde liegenden Sachverhalt beauftragt worden und Sie von nun an in ihren Aufgaben unterstützen werden.“

In diesem Augenblick ging die Bürotür erneut auf. In Erscheinung trat eine Frau, die ein hochgeschlossenes, silbergraues Kostüm trug und deren Haare ebenso streng zurückgekämmt waren, wie ihr Gesichtsausdruck zu sein schien. Ihr folgte ein Mann, der ebenso konform und bieder gekleidet, sich an Seite der Frau neben Cathy stellte. Keine Frage, dass diese beiden einflussreichen Programme zu denen gehörten, die ihrem Zweck und den Befehlen des Systems folge leisteten und sich vor allem durch Logik und Effizienz auszeichneten. Das weibliche Programm begann zuerst, in flüssiger Weise und unbetont zu sprechen, während sie Cathy förmlich die Hand schüttelte:

,,Miss Brestow, es freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen. Mein Name ist Dr. Regyne Night, ich wurde mit den energierelevanten Aufgaben der psychoanalytischen Humanforschung vertraut und werde von nun an Ihnen im Institut als Assistenz zur Verfügung stehen. Zudem bin ich leitende Vize-Präsidentin der Slumberil Corporation, in dessen Vorstand wir ebenso in Zusammenarbeit stehen werden.’’

Cathy täuschte ein gekonntes Lächeln vor und schüttelte daraufhin dem Mann ebenfalls die Hand, der sich weniger flüssig sprechend, eher abgehackt und krächzend, ebenfalls vorstellte:

,,Es freut mich das wir uns kennen lernen, Miss Brestow. Mein Name ist Dr. Tefus Harwester, mein Aufgabengebiet ist die geregelte Nährstoffversorgung der Energielieferanten, sowie der damit verbundene Bereich der Produktivitätssteigerung. Meine Kenntnisse dienen dem Großteil der Nahrungsmittelkonzerne und Getränkehersteller, sowie der Gentechnik-Industrie. Man hat uns über Ihre Kompetenzen bereits informiert, ich hoffe auf eine zielgerechte Zusammenarbeit mit Ihnen.’’

Die blasse, fast gelbliche Stirn Dr. Harwesters und das faltenlos glatte Gesicht Dr. Nights ging in die ausdrucksstarken Erscheinungungen beider Programme über, die nach außen hin oberflächlich der menschlichen Natur angepasst wurden, jedoch bei genauer Betrachtung deutliche Merkmale der geschaffenen Perfektion zu erkennen gaben. Das weibliche Programm sah auf das smaradggrüne Ziffernblatt ihrer modernen Armbanduhr. Fast schien es so, als würde sie darauf mehr sehen, als bloß die Zeit, von der sie sich schnell wieder abwandte als Agent Will noch einmal beendend das monotone Wort ergriff:

,,Die Angelegenheit wäre somit umfassend geklärt und bedarf keiner weiteren Erläuterrung. In alles Weitere wird man Sie in der nächsten Zeit einweisen. Eine Limousine wartet bereits vor dem Gebäude und wird Sie nach Hause bringen, Miss Brestow. Schlafen Sie gut…“

Die beiden analytischen Programme schritten daraufhin zusammen mit Cathy auf den Gang hinaus und gingen zum Fahrstul, dessen Türen sich wie synchronisiert öffneten. Sie fuhren in die Lobby, in der sich ihre neuen Wegbegleiter fürs Erste von ihr verabschiedeten. Sie selbst ging zum Ausgang an den müden Wachleuten vorbei, die ihr ein höfliches Nicken entgegenbrachten und sie ohne weitere Durchsuchung die Sicherheitsschleuse passieren ließen.

[Matrix - Mega City - Government District - Government Ave/101 Government Plaza – Cathy, Chauffeur]

Die Schauer der voherigen Stunden waren vorrübergezogen und trugen nun über den Slumgebieten der Stadt ihre nasse Beschaffenheit hernieder. Allein der heftige Wind, der Laubblätter und Zeitungen auf den Steinplatten des Vorplatzes herumwirbelte, war unnachgiebig präsent und ließ sogar die Fontaine des Springbrunnens leicht vom Beckenrand hinaus schießen. Die halbverdorrten Bäume, die peinlich genau in ihre Betonbeete gefasst waren, raschelten im Sog der Häuserschluchten. In 50 Metern Entfernung wartete Cathys Chaffeur, der sich die Dienstmütze festhalten musste, vor einem weißen Lincoln, auf ihren Einstieg. Das Wetter förmlich ignorierend schlang sie nicht die Arme um sich, seltsamerweise schien ihr nicht kalt zu sein. Ihr Haar wirbelte ihr ins Gesicht, doch auch das schien sie nicht zu interessieren. In langsamen Schritt auf den Wagen zu, sah sie in diesem Moment ihres glorreichen Aufstiegs an die gegenüberliegende moderne, grell erleuchtete Plakatwand und konnte sich ein unterbewusst machthungriges, bewusst überlegendes und düster anmutendes Grinsen nicht verkneifen.

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Wie von Geisterhand waren diese Werbeplakate einer neuen Promotionaktion eines Pharmakonzerns an vielen Orten der Stadt aufgehängt worden und sollten nun ihre unterschwellige Wirkung, wie so viele andere Medien der kontrollierten Medienlandschaft, bei den einfältigen Unwissenden nicht verfehlen.

Volt für Volt kamen die Maschinen ihrem Ziel beständig näher...

[Matrix - Mega City - Government District - Government Ave/101 Government Plaza – Cathy, Chauffeur]
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